Römerlager durch Kiesabbau bedroht

Neugierig eroberten 30 kleine Archäologen das Römerlager und lauschten den Geschichten des Legionärs.Dr. Lehmann, Dr. Karola Hagemann und Eckhard Heller von der Römer AG freuen sich gemeinsam mit Maria Jacobs, Heuhüpfer e.v., die die Kinder als Betreuerin begleitete.

Wilkenburg / Hemmingen. 

Bei einem Besuch im Römerlager in Wilkenburg durften sich die Kinder der Ferienpassaktion als Archäologen ausprobieren - und tauchten in die Welt der alten Römer ein. Möglicherweise die letzte Aktion mit Kindern vor Ort, denn das einzigartige Römerlager ist durch den Kiesabbau bedroht.

Im Jahr 2015 wurde in Wilkenburg das erste römische Marschlager in Niedersachsen und zugleich nördlichste in der norddeutschen Tiefebene entdeckt. Bereits 1992 gab es erste Hinweise auf die Anlage, doch erst die letzten Grabungen im Jahr 2015 bestätigten die typisch römischen Merkmale. Die bisher gefundenen 26 Münzen deuten auf eine Datierung des Lagers zwischen 1 und 6 n. Chr. und könnten nach derzeitigem Stand des Wissens durchaus zu der Überlieferung passen.

Werner Pollak als Legionär in voller Rüstung erklärte den 30 wissbegierigen Kindern das Leben eines Legionärs. Die Römer Arbeitsgruppe Leine, Veranstalter dieser besonderen Ferienpassaktion, prägte gemeinsam mit den Kindern Münzen und ein wenig Archäologie und Latein stand auch noch mit auf dem Programm. Doch ist es dieses Jahr vielleicht das letzte Mal? Durch den Kiesabbau ist das römische Truppenlager bedroht. „Wir kämpfen für den Erhalt und versuchen noch gegenzusteuern“, so Dr. Robert Lehmann von der Römer AG. Es gehe hier auch um pädagogische Werte und Bildung. Die kleinen Archäologen eroberten neugierig das Gelände und lauschten den Geschichten des Legionärs. Ein wirklich besonderes Erlebnis für die Sechs- bis Elfjährigen. 

jög, 12.07.2016, 00:37
Redakteure LON

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