Häusliche Gewalt: Jede und Jeder kann betroffen sein

Häusliche Gewalt ist keine Privatsache: Am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen informierten die Vertreterinnen aus Pattensen und Hemmingen öffentlich über das Tabuthema.

Pattensen / Hemmingen. 

Der 25. November ist der "Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen". In zahlreichen Veranstaltungen und mit Aktionen wird auf das Tabu-Thema aufmerksam gemacht.

In Hemmingen sind im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 21. November 67 Straftaten von häuslicher Gewalt bei der Polizei aktenkundig geworden. In Pattensen sind es 21 Delikte. "Es handelt sich um körperliche und sexuelle Gewalt, Beleidigung und Stalking", erklärt Andreas Kasten von der Polizei Hemmingen. Kasten informierte am heutigen Freitag von 11 bis 14 Uhr gemeinsam mit Vertreterinnen der Initiative "Runder Tisch gegen häusliche und sexuelle Gewalt Hemmingen/Pattensen" im Calenberg Center in Pattensen über die Häusliche Gewalt.

"Einige Passanten sind sehr interessiert und berichten auch von persönlichen Erfahrungen", sagte Silvia Eckstein von der Beratungsstelle Donna Clara. Aber, so Eckstein, es sei auch zu spüren, dass manche Leute mit dem Thema Häusliche Gewalt nichts zu tun haben wollen. 

Häusliche Gewalt, da sind sich die Fachleute einig, findet in allen sozialen Schichten quer durch alle Altersgruppen statt. Betroffen sind zu 80 Prozent Frauen. Sind Männer Opfer, geht die Gewalt überwiegend auch von einem Mann aus. Zum Beispiel in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder in der familiären Vater-Sohn-Beziehung. "Es gibt auch Täterinnen, aber ihr Anteil ist gering", sagte Eckstein.

Betroffene Frauen falle es oft schwer, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen. So die Erfahrungen von Beraterin Eckstein. "Die Frauen glauben, dass sie schuld sind an den gewalttätigen Ausbrüchen ihres Partners. Sie schämen sich und schweigen". Dabei sei es wichtig und richtig, sich Hilfe zu holen, um die Gewaltspirale zu durchbrechen.

Die Stadt Pattensen beteiligt sich regelmäßig an den Aktionen, die am "Tag gegen Gewalt an Frauen" stattfinden. "Häusliche Gewalt belastet Familien, Umfeld und Gesellschaft. Es ist wichtig, Menschen für das Thema zu sensibilisieren, damit sie, sei es im Verein, in der Schule oder in der Nachbarschaft, entsprechende Anzeichen wahrnehmen", sagte Bürgermeisterin Ramona Schumann (SPD), die den Aktionsstand besuchte.

Von Gewalt Betroffene wenden sich an das Hilfetelefon 08000 116 016. 

Der Notruf der Polizei ist unter 110 zu erreichen.

 

 

tri, 25.11.2016, 16:06
Redakteure LON

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