"Alte Schmiede" bleibt weiter Thema

Arnum. 

Die SPD-Fraktion spricht sich in Hinblick auf die zukünftige Bebauung des Grundstücks „Alte Schmiede“ dafür aus, dass die derzeitige Bauvoranfrage zur Schaffung von Sozialwohnungsbau mit im Wesentlichen reinen Einzimmerwohnungen vom Vorhabenträger zurückgezogen wird. Neben der SPD-Fraktion haben auch die anderen im Rat der Stadt Hemmingen vertretenen Fraktionen in der bisherigen Diskussion deutlich gemacht, dass der derzeitig vorliegende Entwurf wegen der Größe des Baukörpers, der äußeren Gestaltung und der geringen Anzahl von Parkplätzen nicht zu überzeugen vermag. „Wir lehnen die vorgelegten Pläne für den Bau von 48 Sozialwohnungen im Zentrum von Arnum ab. Die Pläne sind überdimensioniert. Wir haben Sorge, dass im Ortszentrum ein Sozialwohnungsbautanker entsteht. Die Pläne sehen faktisch auch keinen Wohnraum für Familien vor. 40 bis 60 Quadratmeterwohnungen sind für Familien zu klein. Außerdem fehlen Parkplätze. Nur 20 Parkplätze für fast 50 Wohneinheiten: das passt nicht. Wir haben Sorge, dass hier eine Bausünde für Arnum entsteht. Viele Anwohner sind ebenfalls in Sorge. Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen“, sagt Ulff Konze, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Hemmingen.

Allerdings sei, aus Sicht der SPD, der derzeitige bauplanerische Einfluss des Rates auf die Gestaltung des Gebäudes aus rechtlichen Gründen gering, da sich das Grundstück historisch bedingt, wie bei den allermeisten Ortskernen, in einem sogenannten unbeplanten Innenbereich befindet. Dieses läge daran, dass die Bebauung bereits vor den Baugesetzen, die eine Planung zuließen, vorhanden war. Neue Bauvorhaben müssten sich daher nur in die Umgebung einfügen, wobei aus Sicht der SPD hier ein zu großer Spielraum besteht. Aus diesem Grund schlägt die SPD-Fraktion vor, für das Grundstück einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit einem möglichen Investor zu entwickeln. Dieses Verfahren bedarf zwar eines größeren zeitlichen Vorlaufs, hätte aber den Vorteil, durch die Beplanung des bisher unbeplanten Innenbereichs dem jetzigen oder auch zukünftigen Vorhabenträger genaue Vorgaben zur Gestaltung und auch zum Nutzungszweck machen zu können. Hinzu käme, dass in diesem Verfahren die Öffentlichkeit zu beteiligen sei, so die Sozialdemokraten. Sollte der Vorhabenträger sein derzeitiges Vorhaben nicht zurückziehen wollen, müsste gegebenenfalls eine baurechtliche Veränderungssperre erlassen oder andernfalls ohne zeitliches Zögern ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst werden. Allerdings dürfte auch die Unterschreitung der aktuell vorgesehenen Stellplätze gegenüber den rechtlichen Vorgaben genügen, eine Baugenehmigung seitens der Region Hannover als Bauaufsichtsbehörde zu verwehren.

In Arnum, aber auch in ganz Hemmingen wird aus Sicht der SPD bezahlbarer Wohnraum benötigt, der zudem barrierefrei sein sollte, um gerade alternden oder auch behinderten und bewegungseingeschränkten Menschen in zentraler Lage eine Wohnung mit angemessener Größe zu verschaffen. Es müsse daher entsprechende Vorgaben in einem Bebauungsplan getroffen werden. Wünschenswert wäre es für die Sozialdemokraten, dass neben geförderten Sozialwohnungen für finanziell schwächere Wohnungen im mittleren Preissegment von 5,50 Euro bis maximal 9 Euro entstehen. Zudem könne geprüft werden, ob es Interesse an einer teilweisen gewerblichen Nutzung gäbe. Darüber hinaus könnten auch Arztpraxen, beispielsweise für Fachärzte in Arnum benötigt werden, die in das Gebäude integriert werden könnten, so die SPD abschließend.

cms, 05.09.2016, 01:57
Redakteure LON

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