Alarm: Fünf Ortsfeuerwehren aus zwei Städten rücken aus

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Harkenbleck. 

Als die ersten Kräfte der Harkenblecker Ortsfeuerwehr vier Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eintrafen, bot sich den Ehrenamtlichen ein dramatisches Bild. Aus einer Scheune am Steinbrink in Harkenbleck trat dichter Rauch aus und mehrere Hilfeschreie waren aus dem landwirtschaftlichen Anwesen zu hören. Die Anruferin schilderte, dass es bei einem Kindergeburtstag zu einer Verpuffung mit einer Brandfolge kam, und mehrere Kinder noch in der Scheune sind und nicht in der Lage sind, sich selbst zu retten. Neben den bereits um 17:52 Uhr alarmierten Ortsfeuerwehren Harkenbleck, Arnum, Hiddestorf/Ohlendorf und Hemmingen-Westerfeld (ELW-Gruppe) wurde umgehend die Ortsfeuerwehr Reden aus der Stadt Pattensen nachalarmiert.  Nur ein sehr kleiner Kreis war in die von Lennart Fieguth, Heiko Schottmann und Alexander Specht ausgearbeitete Übung am Donnerstagabend in Harkenbleck eingeweiht.

Im Minutentakt trafen die 70 Kräfte mit elf Fahrzeugen an der Einsatzstelle ein. Aufgrund der schmalen Straßen in Harkenbleck ist eine frühzeitige Anordnung der Fahrzeugaufstellung erforderlich, und so wurden bereits über Funk erste Informationen zum Standort und der Einsatzaufgaben übermittelt. Oberste Priorität hatte die Menschenrettung, alle Ortsfeuerwehren stellten insgesamt acht Trupps unter schwerem Atemschutz, die zur Menschenrettung vorgingen oder als Sicherungstrupp eingesetzt wurden. Bereits acht Minuten nach der Alarmierung konnten die ersten Verletzten gerettet werden. Parallel dazu wurden zur Brandbekämpfung Löschangriffe über mehrere Rohre, u.a. über das Wenderohr der Drehleiter aufgebaut. Bei hohen Brandlasten ist ein massiver Löschangriff erforderlich, und so wurden aus drei Unterflurhydranten Wasser zur Wasserversorgung entnommen.

Ein Ziel der Alarmübung war das Testen der Wasserversorgung in Harkenbleck. Auch hier zeigten sich wieder die Grenzen des Wassernetzes in Harkenbleck auf, denn so nahm bei der Inbetriebnahme weiterer Rohre die Wurfweite des Wenderohrs der Drehleiter durch den Wassermangel erheblich ab. Die notwendigen Wassermengen konnten nicht aufgebracht werden. Andere Möglichkeiten zur Wasserentnahme gibt es in Harkenbleck nicht, die nächste Wasserentnahmestellen sind erst wieder die Teiche. Hierzu müssten aber über mehrere hunderte Meter Schläuche verlegt und Pumpen dazwischengeschaltet werden. Bis die Kräfte mit den dafür entsprechenden Materialien eintreffen, wie zum Beispiel der Schlauchwagen der Region Hannover aus Ronnenberg und die Wasserversorgung steht, geht viel kostbare Zeit verloren.

Bis auf die mangelnde Wasserversorgung in Harkenbleck zeigte sich bei der Übung nur Positives. Die sechs Kinder, die von Mitgliedern der Jugendabteilung der Harkenblecker Wehr überragend gespielt wurden, konnten zügig gerettet werden. Das Zusammenspiel der Ortsfeuerwehren lief sehr gut, auch interkommunal. Die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Harkenbleck und Reden ist deshalb sinnvoll, da sie lediglich nur zwei Kilometer durch eine grade Straße voneinander entfernt sind und eine sehr kurze Anfahrtszeit in den Nachbarort haben, die teilweise sogar kürzer als die Anfahrtszeit von Wehren aus der eigenen Kommune ist. Bei zeitkritischen Einsätzen wie zum Beispiel bei einem Feuer mit Menschengefährdung stehen Kräfte in kürzester Zeit zur Verfügung. Die Feuerwehren sind zu regelmäßigen Alarmübungen verpflichtet, jedoch gestaltet es sich in Harkenbleck schwierig, entsprechende Objekte zu finden. "Umso mehr freuen wir uns, dass die Familie Quakulinsky uns ihren Hof für die Alarmübung zur Verfügung gestellt hat und möchten uns recht herzlich für die tolle Unterstützung bedanken", erklärte Pressesprecher Lennart Fieguth. 

cms / Lennart Fieguth, 23.08.2016, 12:00
Redakteure LON

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